Funde aus der Vorzeit beweisen, dass schon vor 20 000 Jahren Rentierjäger im Gebiet von Bönningstedt ihre Zelte aufgeschlagen haben. Aus der jüngeren Steinzeit (3000 bis 1700 v. Chr.) stammen sauber geschliffene Steinbeile und Dolche aus Feuerstein, die im Gebiet des heutigen Friedhofs gefunden wurden. In dieser Zeit sind Bönningstedts Ureinwohner sesshaft geworden, haben Hütten gebaut und sich als geschickte Töpfer erwiesen. Scherben eines 46,5 cm hohen Tongefäßes sind von Experten sorgfältig wieder zusammengefügt worden. Es ist im Altonaer Museum zu besichtigen. Im Ortsteil Rugenbergen fand man gut erhaltene steinerne Mahlmulden und Reibesteine.

Wirtschaft Zur Eiche um 1920Altertumsforscher halten Orte, die auf -stede (stedt) enden, für dörfliche Ansiedlungen einheimischer Sachsen. Erste urkundliche Erwähnung fand der Ortsteil Winzeldorf im Jahre 1369, als der Graf von Holstein, Otto von Schauenburg, dem Kapitel der Hamburger Kirche eine jährliche Rente von zehn Mark aus den Dörfern Quickborn und Winzeldorf aussetzte. 

 

 


Gedenkstein WinzeldorfWinzeldorf und Bönningstedt wurden 1942 zu Bönningstedt zusammengelegt. Ein Stein im Amtspark erinnert daran. Der von den politischen Parteien in Bönningstedt unternommene Versuch, mit den anderen beiden Gemeinden im Amtsbereich Bönningstedt, Hasloh und Ellerbek, eine Großgemeinde zu bilden, ist 1976 gescheitert.

Seit 1984 ist Bönningstedt mit der englischen Stadt Seaford in East Sussex verschwistert, seit 1991 mit der griechischen Gemeinde Rachoni auf der Insel Thassos und mit der Stadt Crivitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch in anderer Hinsicht ist die Gemeinde international: In ihr leben Menschen vieler Nationalitäten. Am stärksten vertreten sind die Griechen, deren Veranstaltungen längst zu einem festen Bestandteil des dörflichen Lebens geworden sind.

 
Chronik

  • 1369: Erste urkundliche Erwähnung Winzeldorfs als Winceldorp, später auch Winseldorf
  • 1700: Erste Anfänge unseres Schullebens
  • 1832: Bau der ersten Straße mit fester Steinunterlage von Eidelstedt nach Kiel. Aufstellung von Meilensteinen an ihrer Westseite mit den Initialen des dänischen Königs
  • 1884: Die erste Bahn fuhr auf dem Gleis direkt auf der Ostseite der damaligen Kieler Chaussee durch Bönningstedt
  • 1912: Bahnlinie in die Feldmark verlegt
  • 1912: Erster elektrischer Strom
  • 1880 - 1920: Im Eisteich wurde Eis gewonnen
  • 1929 - 1934: Der Eisteich war Badeanstalt
  • 1942: Zusammenschluss der beiden Orte Bönningstedt und Winzeldorf
  • 1958: Gründung der evangelischen Kirchengemeinde Bönningstedt und Einweihung des Gemeindehauses
  • 1970: 600-Jahr-Feier in Bönningstedt
  • 1980: Einweihung des Sport- und Freizeitzentrums an der Ellerbeker Straße
  • 1983: Bönningstedt bekommt ein Wappen
  • 1984: Verschwisterung mit der englischen Partnerstadt Seaford in East Sussex
  • 1987: Einweihung des Ortszentrums, des Bönningstedter Marktes
  • 1991: Verschwisterung mit Crivitz in Mecklenburg-Vorpommern und mit Rachoni / Insel Thassos, Griechenland
  • 1994: Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses und des neuen Bauhofes
  • 1997: Einweihung des Kirchturms
  • 2000: Die evangelische Kirchengemeinde heißt nun Simon-Petrus-Kirchengemeinde

 

Bild oben links: Wirtschaft "Zur Eiche" um 1920 (später Sängerheim, Clubhaus Köhncke, "Zur Ecke", jetzt Chinarestaurant)